Die Chirurgie der Hypospadie ist komplikationsträchtig und wird je nach Zentrum, Form der Hypospadie und angewendeter Methode zwischen 5 und 40% angegeben.


Man unterscheidet Früh- und Spätkomplikationen. Die häufigsten Komplikationen sind Fistelbildung, Meatus- und Urethrastrikturen und urethrale Divertikelbildung.


  • Fistelbildung: Eine Verbindung zwischen Harnröhre und der Penisaußenseite entsteht. Die Eltern oder der Patient entdecken eine zweite kleine Öffnung (meist im Bereich der Wundnaht), aus der sich beim Wasserlassen Harn entleert. Eine Fistel bedeutet in der Regel eine zweite Operation ("Fistelverschluß")
  • Meatusstenose: Die Harnröhrenöffnung verengt sich narbig. Der Harnstrahl wird dünn und scharf. Der Patient muss sich beim Urinieren anstrengen. Manchmal genügt eine Aufdehnung ("Bougierung") in Sedierung (der Patient schläft). Gelegentlich muß operiert werden.
  • Urethrastriktur: Ein Teil der Harnröhre wird eng und narbig. Es muss eine Operation erfolgen.
  • Der komplette Zusammenbruch der Urthraplastik stellt die Maximalform der Komplikation dar.

Die Komplikationsrate hängt von der Form der Hypospadie, von der Erfahrung des Operierenden, ob Erst- oder Rezidiveingriff und anderen Faktoren.


Postoperative Wundinfekte sind selten.


Fisteln stellen die häufigste Komplikation dar. In der Regel führt eine der oben genannten Komplikation zur Reoperation. Snyder et al. berichten die Komplikationen großer amerikanischer Zentren und geben die Reoperationsrate mit 23% und die Re- Reoperationsrate mit 36% an.


Multiple nicht erfolgreiche Operationen am Penis aufgrund von Komplikationen führen zur Vernarbung, Hypovaskularisation (schlechte Durchblutung), Balanitis xerotica obliterans (Lichen sclerosus, unklare Hautveränderung, manchmal juckend, weisslich, Gewebe mit schlechter Qualität, problematisch bei Operation) und Penisverkürzung.